Unsere Rede auf der „Free-Mumia“- Kundgebung am 9.12.2010

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Sympathisantinnen und Sympathisanten, liebe Genossen,

wir stehen heute hier in Wien, um auf eine Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen, welche auf den Tag genau vor 29 Jahren begann und bis heute fortdauert. Doch nicht hier in Wien oder in Österreich wurde diese Ungerechtigkeit begangen. Nein!In der Nacht vom 9. auf den 10. Dezember 1981 wurde der Afro-Amerikaner Wesley Cook, besser bekannt als Mumia Abu-Jamal, an der US-amerikanischen Ostküste, aufgrund des Verdachts der Ermordung des Polizisten Daniel Faulkner verhaftet. In Folge dessen wurde Mumia zum Tode verurteilt. In den Jahren davor war er bei den Black Panther aktiv und danach als schwarzer Journalist äußerst unbequem für die weiße, korrupte und rassistische Polizei Philadelphias.

Wir stehen heute hier, um für die Freilassung Mumia Abu-Jamals zu demonstrieren. Denn Mumia wurde nicht für den Mord an Daniel Faulkner zum Tode verurteilt, sondern weil er an seinen Überzeugungen festhielt. Denn diesen Mord hat er nicht begangen. Dafür gibt es eine Vielzahl von Beweisen, welche jedoch nie vor Gericht zugelassen wurden. Beispielsweise wurden in diesem Prozess Zeugen von der Polizei gezwungen gegen Mumia auszusagen. Hinzu kommt, dass der Prozess von rassistischer Hetze durchsetzt war. So hörte zum Beispiel ein Gerichtsbeamter den zuständigen Richter sagen: „Ich werde ihnen helfen, diesen Nigger zu grillen.“

Wir stehen heute hier, um uns mit Mumia Abu-Jamal solidarisch zu zeigen, der sich auch nach 29 Jahren Haft nicht brechen ließ und nicht aufgehört hat, unbequem für die Herrschenden der USA zu sein. Mumia, die „Stimme der Stimmlosen“, wird für uns revolutionäre Jugendliche stets Vorbild sein. Denn trotz seiner Situation kämpft er unermüdlich für Völkerverständigung, Frieden und Fortschritt und gegen Rassismus, Krieg, Unterdrückung und Kapitalismus. Und das nun schon seit genau 29 Jahren als politischer Gefangener in den USA. Seit 29 Jahren. Stellt Euch das nur mal vor: das sind unglaubliche 348 Monate oder 1513 Wochen oder eben 10591 Tage, die Mumia auf 2×3 Metern verbringen muss. Unschuldig an der Ermordung Daniel Faulkners. Oder schuldig, an seinen Überzeugungen festgehalten zu haben.

Wir stehen heute hier, um Mumias Fall in die Köpfe der Menschen zu tragen. Doch es ist nicht der einzige Fall dieser Art. Aufmerksam gemacht werden soll nur kurz auf die „Cuban5“, Leonald Peltier und viele viele andere.

Wir stehen heute aber auch hier, um den Herrschenden in den USA und auch hier in Österreich zu zeigen, dass wir unsere Gefangene nicht alleine lassen. Denn Einer ist betroffen, gemeint sind wir alle. Und um es mit einem Zitat Berholt Brechts auf den Punkt zu bringen: „Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zu Pflicht“. Und nur wenn wir weiter Druck ausüben, kann die Hinrichtung Mumias verhindert werden. All power to the people! Freiheit für Mumia! Freiheit für alle fortschrittlichen politischen Gefangenen!

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