Kundgebung der Roten Antifa Wien

Anlässlich des Osloer Massakers:
„Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!“
Freitag, 29. Juli 2011, 16 Uhr

1100 Wien, Quellenstraße/Favoritenstraße

http://roteantifawien.wordpress.com/Der Name Anders Behring Breivik dürfte momentan auch jedem hierzulande ein Begriff sein. Der Faschist aus Norwegen tötete vergangenen Freitag knapp 100 Menschen, die meisten davon auf einer Insel, auf der das Zeltlager der „sozialdemokratischen Arbeiterjugend“ stattfand. Sein Motiv: Islam- und Fremdenhass und Angst vor der Zerstörung der „zivilisierten europäischen Identität“.

Noch ehe Breivik seinen Anlass – Vertreibung der Muslime und KommunistInnen aus Europa – bestätigen konnte, verbreiteten die Medien sofort nach Bekanntwerden des Blutbades jedoch, dass es sich um einen Anschlag islamistischer Terroristen handle. Das hätte wohl auch besser in das Bild der europäischen Politik gepasst…

Bevor ein blonder, blauäugiger Norweger 92 Menschen kaltblütig ermorden konnte, wurde Nor-wegen stets als eine vorbildliche, sichere und offene Nation angesehen. „Wie aus dem Nichts“ schockte „ein verirrter Einzeltäter“ die Welt. Doch verkörpert der „Wikinger“ Breivik nicht genau das im sicheren Hinterland, was die mächtigsten, die imperialistischen Staaten und ihre Handlanger Tag für Tag in anderen Ländern an verschiedenen Fronten tun? Denn auch Norwegen ist mit 500 Soldaten in Afghanistan-Krieg im Einsatz und verteidigt die „Zivilisation in Europa“ gegen die Islamisten.

Die Tat Breiviks kann nicht als eine psychotische Krankheit gerechtfertigt werden. Er handelte entschlossen, war darauf vorbereitet und hatte ideologische Unterstützung einer Partei („Fortschritts“partei) in Norwegen, die gegen Islam und Linke wetterte. Denn dort war er Mitglied.

Es ist kein Zufall, dass sich die imperialistische Politik gleichzeitig in der Gesellschaft wiederspie-gelt und auch faschistische Formen annehmen kann. Denn die extrem rechte Politik steht auch in Österreich den arbeits- und sozialrechtlichen Forderungen und die Interessen der ArbeiterInnenklasse entgegen. Diese Politik versucht uns über ihre bunten Blätter von Krone, Heute, Österreich, etc. unter dem Deckmantel von Nationalismus, Fremdenhass und Islamphobie zu spalten und zu schwächen.

Wir brauchen auch nicht bis nach Norwegen blicken, um zu bemerken, dass diese verbale Hetze schnell in brutale Realität umschlägt. Denn vor wenigen Tagen wurden in Wels linke Jugendliche von Nazis angegriffen und schwer verletzt. Letztes Jahr wurde in Floridsdorf ein Studentenheim mit Großteils migrantischen BewohnerInnen attackiert. Und dies sind nur wenige Beispiele für den extrem rechten Nährboden, der auch in Österreich fruchtbar ist. Dazu passt, dass anstatt jene TäterInnen ausfindig zu machen, das österreichische Fremdenrechtspaket für viele MigrantInnen weiter verschärft wird.

Wir müssen uns jedoch klar darüber sein, dass diese rassistische Politik dem kapitalistischen System immanent ist. Es versucht seine Krisenlast auf uns ArbeiterInnen und die Volksmassen abzuwälzen und die sozialen Errungenschaften der Arbeiterbewegung mit rassistischer Politik abzubauen. Denn es wird behauptet, dass die jetzige Krise von den von „außen“ kommenden MigrantInnen verschuldet wurde, jedoch sind wir uns bewusst, dass diese Krise ein immer wiederkehrender Ausdruck des kapitalistischen Systems ist. Präsentieren wir den Kapitalis-ten die Rechnung für ihre Krise! Wir lassen uns nicht spalten! Wir als Rote Antifa werden gegen die uns begegnende Hasspolitik ankämpfen!

Gegen faschistische Tendenzen in Oslo, Wien oder sonst wo!

Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

Rebellion ist gerechtfertigt!

No war, but class war!

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