Dokumentiert: Unsere Rede in Ziegenhals

2013-02-13b (FILEminimizer)Vergangenes Wochende waren wir  als KJÖ vom Freundeskreis „Ernst-Thälmann-Gedenstätte“, Ziegenhals e.V. nach Berlin und Ziegenhals (Brandenburg) eingeladen worden, um an der Gedenkkundgebung anlässlich des 80. Jahrestages der illegalen ZK-Tagung der Kommunistischen Partei Deutschlands am 7. Februar 1933 teilzunehmen. Dort wurde zu diesem Anlass auch ein Gedenkstein eingeweiht, da die 1953 errichtete Gedenkstätte nach dem Ende der DDR abgerissen wurde. Ein Kurzbericht über diesen Tag findet sich hier, unsere dort gehaltene Rede und weitere Bilder nachfolgend.

„Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Genossinnen und Genossen,

ich möchte mich im Namen der Kommunistischen Jugend Österreichs zunächst einmal herzlichst beim Freundeskreis Ernst-Thälmann-Gedenkstätte Ziegenhals dafür bedanken hier heute zu euch, zu Genossinnen und Genossen aus den verschiedensten Ländern sprechen zu dürfen. Es ist für mich auch eine ganz persönliche Ehre an diesem historisch so beeindruckenden und für unsere Sache so wichtigen Ort die besten und herzlichsten Grüße der österreichischen Genossinnen und Genossen euch zu überbringen.

Wenn wir als junge Kommunistinnen und Kommunisten in Österreich den Namen Ernst Thälmann hören, dann denken wir natürlich in erster Linie an den Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Deutschlands. Sie war die stärkste kommunistische Arbeiterpartei Westeuropas der 20er und 30er Jahre und besitzt durch ihre unendlichen Erfahrungen und ihre Bedeutung für die weltweite Arbeiterbewegung auch für uns heute in Österreich Vorbildcharakter. Aus diesem Grund darf die Erinnerung an diese Partei und an die einzigartige Persönlichkeit ihres Vorsitzenden im Erbe der revolutionären kommunistischen Bewegung nicht verloren gehen und muss lebendig gehalten werden. Deshalb ist auch der Kampf des Freundeskreises der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte hier in Ziegenhals so wichtig, damit unser politisches und kulturelles Erbe in Form von Gedenk-und Mahnstätten wie diese hier nicht komplett dem Erdboden gleich gemacht wird. Und deshalb freut es mich umso mehr, dass sich heute so viele Menschen versammelt haben, um für den Erhalt dieses Erinnerungsortes einzutreten.

Wenn wir als junge Kommunistinnen und Kommunisten in Österreich den Namen Ernst Thälmann hören, dann erinnern wir uns auch an die Schattenzeiten für unsere Bewegung. Dann denken wir v.a. an die Zeit, die nach der letzten ZK-Tagung der KPD mit Thälmann vor gut 80 Jahren hier an diesem Ort über uns und die Völker der Welt hereinbrach. Diese 12 Jahre waren geprägt von Verfolgung, Verhaftung, Folterung und Ermordung Thälmanns und so unendlich vieler seiner Kampfgefährten in Deutschland und weltweit! Auch diesen Zeitabschnitt dürfen wir niemals in Vergessenheit geraten lassen und müssen dafür kämpfen, dass der Schwur von Buchenwald so schnell wie möglich Realität wird: „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel!“

Dass wir bis zur Umsetzung dieses Ziels, welches für uns nur die revolutionäre Überwindung des Kapitalismus und der Aufbau des Sozialismus sein kann, viele Kämpfe führen und gerade heute, wo sich weltweit die Krise weiter zuspitzt, zusehen müssen, dass wir die Reaktion und den Faschismus zurückdrängen, muss uns klar sein. Denn bspw. sind wir in Österreich in diesem kurzem Jahr fast wöchentlich mit einem ausländerfeindlichen Brandanschlag auf Einrichtungen unserer migrantischen MitbewohnerInnen konfrontiert, konnte in Oberösterreich eine militante faschistische Organisation mit mindestens 200 Mitgliedern auch durch die Untätigkeit der staatlichen Behörden jahrelang unbehelligt agieren und bietet die FPÖ als drittstärkste Parlamentspartei großdeutschen Ideen eine Heimat und veranstaltet für ihre deutschnationalen Burschenschafter in der Wiener Hofburg Bälle. Aufgrund dessen ist es wichtiger denn je das antifaschistische Vermächtnis und die Erfahrungen, welche Thälmann, Dimitroff und all die unzähligen Genossinnen und Genossen uns hinterlassen haben, zu studieren, mit den heutigen Verhältnissen zu vereinen und in die Praxis umzusetzen.

Wenn wir als junge Kommunistinnen und Kommunisten in Österreich den Namen Ernst Thälmann hören, erinnern wir uns selbstverständlich auch an Spanien. Denn um Gerhard Hoffmann zu zitieren, einer der letzten lebenden Spanienkämpfer Österreichs, „kämpften 1.400 junge Antifaschisten aus Österreich im Spanischen Bürgerkrieg Seite an Seite mit ihren deutschen Genossen im Bataillon Ernst Thälmann, im Geiste internationaler Solidarität und im Bestreben, eine bessere, eine sozialistische Gesellschaft zu schaffen.“

Und um dieses Zitat zu unterstreichen, möchte ich mit dem letzten Absatz unseres im vergangenen Jahr beschlossenen Zukunftsprogramm zum Ende kommen „Der Sozialismus ist keine Utopie von Weltverbesserern. Er ist eine geschichtliche Notwendigkeit und er ist machbar. Auch wenn er vielen heute und morgen nicht möglich erscheint, so ist er doch heute und morgen dringend notwendig. Es braucht einen qualitativen Bruch im System. Es braucht die sozialistische Revolution!“

In diesem Sinne: Packen wir’s an! Die Zukunft dem Sozialismus! Hoch die internationale Solidarität!“

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