Hoch der internationale Anti-Militarismus!

15Wenn man als ÖsterreichischeR KommunistIn die bayerische Landeshauptstadt München besucht, kann man nicht erwarten, zu den Klängen der „Internationalen“ verabschiedet zu werden! Umso schöner, dass es dieses Mal so war. Doch alles der Reihe nach.

Wie in den vergangenen Jahren machten sich auch am ersten Samstag im Februar 2014 eine kleine Wiener Delegation KJÖlerInnen auf, um sich an den Protesten gegen die sogenannte NATO-Sicherheitskonferenz zu beteiligen.

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Nachdem wir mit dem überfüllten Railjet von Wien in aller Herrgottsfrühe in Wien gestartet waren und trotz einiger Verspätung in Salzburg unseren Anschlusszug rechtzeitig erreichten, kamen wir in München gut eine Stunde vor dem offiziellen Beginn am Münchner Hauptbahnhof an. Doch anstatt eines herzlichen Empfangs stoppte uns die deutsche Bundespolizei, um sofort zu fragen, ob wir denn auf dem Weg zur Demonstration zu sein. Nachdem wir bejahten (weil es keinen Sinn machte, es zu verneinen, da wir ja Transparent und Pickerl einstecken hatten), perlustrierten sie  unsere Rucksäcke, tasteten unsere Körper ab und überprüften unsere Ausweise. Nachdem sie unser Transparent genau inspiziert und sich in Österreich nach der Richtigkeit unserer Daten erkundigt hatten, machten wir uns zügig auf den Weg zur Auftaktkundgebung. Durch diese Erfahrung und die immense Polizeipräsenz auf dem Weg zum Marienplatz, wussten wir, dass auch das 50. Treffen der Kriegstreiber, der Kriegslobbyisten und Kriegsprofiteure, ähnlich wie der deutschnationale Akademikerball vergangenen Freitag in Wien, hermetisch abgeriegelt sein würde (es waren übrigens 3.100 PolizistInnen und 300 BundeswehrsoldatInnen in München im Einsatz).

Am Marienplatz angekommen, trafen wir auf unsere GenossInnen der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ), welche uns direkt einluden, auf der Demonstration mit ihnen im „Jugendblock“ (zusammen mit der DIDF-, ver.di- und Linksjugend [‘solid]) zu gehen. Doch zunächst hörten wir uns die Redebeiträge an, welche sich in diesem Jahr v.a. gegen die vom deutschen Bundespräsidenten Gauck geforderte Ausweitung von weltweiten Bundeswehreinsätzen wandten! Doch auch die Einmischungen von Europa und den USA in die inneren Angelegenheiten von Syrien und der Ukraine bestimmten die Ansprachen, wie auch die Transparente der verschiedenen anwesenden Gruppierungen.

Nach gut einer Stunde ging es bei Sonnenschein endlich los: mit etwa 200 anderen Jugendlichen folgten wir dem Lautsprecherwagen des Jugendblocks, von welchem die Wiener GenossInnen herzlich begrüßt wurden. Anschließend war abwechselnd Tanzbares, kurze Ansprachen der beteiligten Organisationen und vor allem Demosprüche, wie bspw. „Krieg dem Krieg – überall! Bringt die NATO jetzt zu Fall!“ zu hören. Begleitet wurde der Demonstrationszug nicht nur von einem riesigen Polizeiaufgebot, sondern auch von etlichen ZivilbeamtInnen, welche als solche schon von Weitem erkannt werden konnten, und unzähligen Polizeikameras. Auch durften wir lange Zeit nicht unser Transparent, für welches wir viel Zuspruch bekamen, an der Seite zeigen, da dies laut Demonstrationsauflagen verboten war. Erst nachdem wir an der Kundgebung der UnterstützerInnen der ukrainischen Opposition, die hauptsächlich vom Westen gefördert und dirigiert wird, vorbeikamen, wurde das Seitentranpi-Verbot gelockert, so dass auch wir unser Transparent der Münchner Bevölkerung zeigen konnten. So zogen wir nach gut zwei Stunden an der Siemens-Zentrale vorbei, wo lautstark „Siemens, Daimler, Deutsche Bank – der Hauptfeind steht im eigenen Land!“ gerufen wurde und bogen dann am Odeonsplatz in eine enge Gasse, wo wir zum Abschluss der lautstarken Anti-NATO-Sicherheitskonfernz-Demonstration die „Internationale“ sangen. Mit einem guten Gefühl machten wir uns schließlich zügig auf dem Weg zurück zum Hauptbahnhof und damit nach einer erfolgreichen Demonstration wieder Richtung Wien.

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