100 Jahre 1. Weltkrieg: Die Kriegs- und Humanitätsverbrechen des Habsburgerreichs

Vortragender: ao. Univ.-Prof. i.R. Dr. Hans Hautmann1. Weltkrieg - SerbienWann? Do., 12. Juni, 18:30 Uhr
Wo? Neues Institutsgebäude, HS I
(Universitätsstr. 7)

100 Jahre nach dem Beginn des 1. Weltkriegs ist die bürgerliche Geschichtsschreibung darum bemüht, das Bild vom „Hineinschlittern“ der europäischen Großmächte in die „Urkatastrophe“ zu zeichnen. Aktuelle Publikationen wie „Die Schlafwandler“ von Christopher Clark verzichten mit ihrer personalistischen Betrachtungsweise ganz bewusst auf eine Auseinandersetzung mit den ökonomischen Grundlagen und den aggressiven Aspirationen des Imperialismus.

Gerade die Verbrechen der Armee Österreich-Ungarns gegen die serbische und ruthenische Zivilbevölkerung können für sich den zweifelhaften Ruf beanspruchen, unter den Grausamkeiten des 1.Weltkrieges am unbekanntesten geblieben zu sein. Die Internierung und Hinrichtung tausender Spionageverdächtiger in den besetzten Gebieten widerlegen gründlich die angebliche Idylle des Habsburgerreichs und seiner militärischen Führung. Der Versuch, die von den Eliten als minderwertig angesehenen Slawen im Gebiet der Monarchie politisch zu beherrschen, wirtschaftlich auszubeuten und ihre nationalen Unabhängigkeitsbestrebungen niederzuhalten, schlug unter den Bedingungen des Krieges in die Anwendung nackten Terrors um.

Hans HautmannHans Hautmann war Mitarbeiter im Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) und Institutsvorstand für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte an der Johannes-Kepler-Universität Linz. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte der österreichischen ArbeiterInnen- und Rätebewegung, Strafrecht und Strafjustiz sowie Militärgerichtsbarkeit in Österreich- Ungarn. Er lebt in Wien und ist Vorstandsmitglied der Alfred Klahr Gesellschaft.

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