Dokumentiert: Unsere Rede zum 70. Jahr der Befreiung von Faschismus und Krieg

DSC_0029Ich begrüße euch im Namen der Kommunistischen Jugend Österreichs werte GenossInnen, AntifaschistInnen, MitstreiterInnen!

Ich freue mich, wie ich mich jedesmal freue, wenn sich Menschen an Tagen wie diesen oder zu gegeben Anlässen versammeln um gemeinsam ein Zeichen zu setzen!

Wir haben uns heute hier, vorm Denkmal der Roten Armee, versammelt, um gemeinsam, den 70. Jahrestag der Befreiung vom nationalsozialistischem Faschismus zu begehen.

Diese Rede steht klar im Gedenken an die Leistungen der GenossInnen der Roten Armee, die unseren Eltern eine Zukunft und uns eine Kindheit, Jugend und derzeitige Lebensrealität ohne faschistische Terrorherrschaft ermöglicht haben, deren Opfer und nicht zu brechender Kampfgeist Abertausende Menschen aus den Mordmaschinerien der Faschisten befreit hat, die die terroristische bürgerliche Diktatur des Kapitalismus in die Geschichtsbücher verbannte!

Auch die Befreiung Wiens wird in meiner Rede die notwendige Anerkennung bekommen, doch auch die aktuellen faschistischen Fußsoldaten und Barbareien des Kapitalismus und letztendlich des Imperialismus weltweit finden leider einen traurigen und zugleich für uns mahnenden Platz!

Der Sturm auf Wien begann am 5. April und die Kämpfe dauerten zum Glück nur wenige Tage an, ohne die Hilfe des antifaschistischen Widerstandes in Wien wäre vieles wesentlich schlimmer verlaufen, z.B. konnten in Ottakring ein damals noch Mitglied der illegalen Vorgängerorganisation der KJÖ und Zeitzeuge Paul Vodicka und einige MitstreiterInnen Großteile der Wehrmacht zur Entwaffnung bewegen um diesen sinnlosem Kampf nicht noch mehr Tote zu widmen als ohnehin schon, so wurde z.B. Ottakring fast kampflos der Roten Armee übergeben.

Aber viele weitere Aktionen und Widerstandsakzente wurden gesetzt, allerdings würde es meinen Rahmen hier leider bei weitem übersteigen, aber ich rufe Interessierte dennoch dazu auf sich mit dem Thema verstärkt auseinanderzusetzen.

Wir haben heute noch das Glück einige lebende ZeitzeugInnen in unseren Reihen zu wissen, dieser direkte Draht zu Jener Zeit ist enorm wichtig und muss stets warm gehalten und genutzt werden, es ist unsere historische und menschliche Pflicht, dass sich die Geschichte nicht wiederholt!

Auch wenn die Erwähnung sämtlicher Widerstandsakzente meinen Rahmen übersteigt so will ich doch noch ein konkretes nennen, es wurde am Stephansdom – unerlaubt – die weiße Fahne der Kapitulation vor der eigentlichen Kapitulation gehisst, als die Rote Armee sich bis zum Gürtel vorgearbeitet hatte.

Diese für die Faschisten unerhörte Aktion wurde nach Berlin gemeldet und veranlasste Propagandaminister Goebbels zu einer Notiz, die ich jetzt Wortgenau verlesen werde: „Das haben wir von dem sogenannten Wiener Humor, der bei uns in Presse und Rundfunk sehr gegen meinen Willen verniedlicht worden ist. Der Führer hat die Wiener schon richtig erkannt. Sie stellen ein widerwärtiges Pack dar, aus einer Mischung zwischen Polen, Tschechen, Juden und Deutschen.“

Am 13. April um 14 Uhr erklärte die UdSSR den Kampf für beendet.

Wien war befreit und am Abend verstummte der Gefechtslärm endgültig. In Moskau wurde der Sieg tags darauf mit 24 Salutschüssen aus 324 Geschützen gefeiert. Die UdSSR zog Bilanz: 19.000 Soldaten seien auf der Seite der Wehrmacht gefallen, 47.000 gefangen genommen worden, 18.000 Angehörige der Roten Armee hätten ihr Leben bei der Befreiung unserer Stadt gelassen.

Ihnen gebührt eine Minute des Gedenkens, des Schweigens, ich bitte euch mit mir zusammen eine Minute inne zuhalten um den gefallenen Befreiern Wiens würdig zu gedenken!

Danke!

Am 8. Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht bedingungslos. Ein Sieg der nur durch die Aufopferungsbereitschaft und unvergleichlichen Anstrengungen der Roten Armee erreicht werden konnte.

Schlachtfelder wie Stalingrad oder Leningrad sind nur 2 bekanntere Felder jener Zeit gewesen, wo die Völker der Sowjetunion und auch der Welt, gemeinsam die faschistische Barbarei in die Schranken wiesen.

Es sind Helden, wie die Verteidiger der Festung Brest, im heutigen Weißrussland, die uns mit ihrem Heldenmut und unermüdlichen Einsatz für eine Welt ohne Barbarei daran erinnern sollen, was es heißt für seine Überzeugungen zu stehen und zu kämpfen.

Ich will an dieser Stelle aufrollen, warum ich die Festung Brest, als nicht allzu bekannten, bzw. kriegstechnisch unwichtigeren Kriegsschauplatz hernehme, die Festung Brest war einer der ersten Orte wo Nazideutschland bei ihrem Einfall in die UdSSR auf vergleichsweise schweren Widerstand stieß.

Trotz des Überraschungsmoments und der noch erfolgreichen Blitzkrieg Taktik hielten die GenossInnen die Festung Tage und gaben sich nicht geschlagen, obwohl die Wehrmacht bereits in Minsk oder noch weiter vorgestoßen war, sogar bis zur Rückeroberung durch die Rote Armee gab es immer noch vereinzelte Aktionen durch Rotarmisten aus dem Untergrund, die dann bereits als PartisanInnen wirkten.

Solche historischen Beispiele sollen uns auch heute zum Vorbild gereichen, denn unsere Welt braucht Menschen wie Sie, wir haben uns heute hier versammelt um gemeinsam den Siegestag über Nazideutschland feierlich zu würdigen.

Doch dürfen wir diesen Sieg nicht nur feiern, bzw. es bei diesen Feierlichkeiten belassen, sondern müssen aktiv mit den Menschen hierzulande und International den Kampf gegen die wieder aufkommende faschistische Reaktion und Barbarei führen.

Wir müssen nicht mal in die Welt sehen, denn auch hierzulande tritt die faschistische Brut verstärkt, aus den Gullilöchern der sogenannten nicht umgesetzten Entnazifizierung, präsenter denn je auf.

Unsere Generation sieht sich verstärkt faschistischen Reorganisierungen gegenüber, die allgemeine Verschlechterung der Lebensbedingungen durch den Kapitalismus und einhergehenden immer mehr fruchtender faschistischer Demagogie gilt es konsequent mit ganzer Kraft, Zusammen entgegenzutreten.

Unsere Klasse, die Arbeiterklasse, befindet sich seit Jahrzehnten in der Defensive, diese Defensive äußert sich durch die massiven Angriffen auf unseren Lebensstandard, unsere Löhne, Mietpreise, Arbeitsrechte u.v.m.

Lebensstandard, Löhne, Mietpreise, Arbeitsrechte, die über Generationen hart und konsequent erkämpft werden konnten.

Diese Realität lässt kaum verwundern das faschistische Demagogie wieder verstärkt salonfähig wird, es ist kein Geheimnis das der bürgerliche Staat und vor allem bürgerliche Politiker keineswegs abgeneigt gegenüber dieser hasserfüllten Ideologie sind und waren.

Es ist diese Realität, der Kapitalismus der Tür und Tor öffnet, es ist die Schwäche der klassenkämpferischen proletarischen Bewegung in Europa und weltweit die derartigen Zustände überhaupt möglich machen.

Wir sollen uns an Tagen, wie diesen, nicht nur an vergangene Kämpfe erinnern, wir müssen jeden Tag aufs Neue den Kampf gegen dieses System und all seine Spielformen aufnehmen, denn wie Brecht einst formulierte: Der Schoss ist noch fruchtbar noch, aus dem das kroch.

Pegida, Identitäre, faschistisch-gesinnte Hooligan-Trupps und eine Freiheitliche Partei die ihrer Geschichte als Sammelbecken der faschistischen Kräfte alle Ehre macht, finden zunehmend Zuspruch und treten immer offener und aggressiver auf.

Ich erinnere an den Angriff auf die KOMintern, wo erst jüngst 2 unserer Genossen im selben Atemzug zu den Aggressoren verurteilt wurden und die Mehrheit der Angreifer sogar lächelnd einen Freispruch vernehmen durften, wobei es hier anzumerken gilt das die Mehrheit einschlägig vorbestrafte, den Behörden schon länger bekannte Faschisten sind.

Unsere Bananenjustiz, unsere Klassenjustiz will den Unterschied zwischen Selbstverteidigung und faschistischer Aggression gegenüber Andersdenkenden nicht erkennen.

An dieser Stelle will ich meine solidarischen Grüße gegenüber allen zurzeit Angeklagten GenossInnen verlautbaren, die die historische Pflicht des antifaschistischen Kampfes umsetzen und dafür auf Anklagebänken sitzen, die bürgerliche Politik reagiert nicht und bestraft, verfolgt und kriminalisiert Antifaschismus, man könnte meinen so manch einer hat in dieser Republik nicht aus der Geschichte gelernt!

Meines Verständnisses bzgl. des Verbotsgesetzes nach, fallen alle die vorher genannten Bewegungen genau unter dieses Gesetz, doch unsere Behörden und auch die Politik wollen hier scheinbar nicht oder zu wenig reagieren – ich selbst durfte oft genug auf antifaschistischen Demonstrationen, die ich selbst als Bürgerpflicht erkenne, oft genug beobachten wie Hitlergrüße oder andere faschistische Zeichen nicht geahndet wurden, Nein !

Es wurden sogar KollegInnen attackiert von Polizeikräften, die darauf bestanden diese Person festzunehmen, so steht es um das Verbotsgesetz in Österreich und ich möchte meinen das das mehr als ungenügend ist !

Ich frage mich manchmal, wann endlich der Versuch, Menschen in Asylheimen durch Brandsätze zu ermorden, wirklich geahndet wird und endlich offen dargelegt wird, dass es sich hier um Faschisten und nicht um vereinzelte verwirrte Jugendliche handelt, anstelle AntifaschistInnen systematisch zu kriminalisieren.

Diese Fragestellung ist aber falsch, denn wir leben in einem kapitalistischem System, wenn irgendwo ein Auto brennt ist das die Apokalypse der Linksradikalen, wenn Menschen in Asylheimen brennen oder durch diverse Waffen ihr Leben verlieren, sind das nur Asylanten – es lässt sich also festhalten, wir leben in einem Land, auf einem Kontinent in der Menschenleben weniger als Autos wiegen.

Wenn wir über unsere Landesgrenzen hinausschauen wird die Situation noch düsterer, als sie ohnehin schon ist, ich erinnere mich gerne bei diesen Entwicklungen an folgenden Satz, den mir gelegentlich manche Besserwisser vor Jahren entgegenwarfen: Warum gehst du überhaupt zu antifaschistischen Demonstrationen, die Nazis kommen eh nie wieder, die sind Geschichte !

Inzwischen schweigen diese KollegInnen wenn ich das Wort ergreife, denn weltweit treten die faschistische Barbareien immer offener zutage, sei es in der Ukraine unterstützt durch den EU und US Imperialismus, die Pogrome gegen GewerkschafterInnen, KommunistInnen, die russischsprachige Bevölkerung verüben und einen fürchterlichen, blutigen Bürgerkrieg, der seinesgleichen sucht, unter dem Deckmantel der Demokratie gegen das eigene Volk führen.

Sei es in Griechenland wo faschistische Morde bereits Alltagserfahrung sind, sei es an Menschen die hierher geflohen sind, oder an Andersdenkenden, ich spreche von der goldenen Morgenröte und ihrer rohen Gewalt gegen das griechische Volk.

Sei es die Türkei in der ArmenierInnen, KurdInnen und auch fortschrittliche TürkInnen zunehmend durch die faschistische Barbarei angegriffen werden, mehr als sie es ohnehin schon wurden, in der heute noch für eine Anerkennung des Genozids gekämpft werden muss, sei es Kobane oder Syrien, wo der IS-Klerikal Faschismus, die Söldner des Imperialismus Tod und Angst verbreiten, und viele weitere mahnende Beispiele…

Ich könnte hier Stundenlang und vor allem detailreicher darauf eingehen, doch auch das übersteigt den Rahmen, allerdings wird im Rahmen dieser Aufzählungen rasch klar, dass der Kampf gegen den Faschismus, die Ungerechtigkeit und das System als Brutkasten dieser menschenverachtenden Ideologie kein Kampf von Gestern, sondern von Heute, von Uns Allen ist !

Der Kampf um eine neue Gesellschaftsordnung, der Kampf gegen Imperialismus und Krieg, der Kampf gegen Faschismus und Klassenspaltung ist ein Kampf den wir laufend führen müssen.

Es ist der Krieg in den Köpfen der gewonnen werden muss, um der faschistischen Demagogie den Nährboden zu entziehen.

Es ist die klare Benennung des wahren Feindes der Mehrheit der Menschen, die Bourgeoise, die bürgerliche Herrschaft selbst, es ist die Organisierung unserer Klasse, der Arbeiterklasse, die Angriffe auf erkämpfte soziale Errungenschaften und auch die faschistische Barbarei selbst in ihre Schranken verweist.

Es gilt auf allen Ebenen für die Stärkung der proletarischen Position, für die Stärkung der Position der Mehrheit einzustehen, diese aufzubauen und letztendlich wieder in die Offensive als Klasse zu bringen!

Dieser Krieg in den Köpfen muss kompromisslos auf allen Ebenen geführt werden, die Werkzeuge wurden unserer Klasse in die Hand gegeben, lasst sie uns nutzen, denn dieser kompromisslose Kampf um eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung wird das wichtige Fundament, das entscheidend im Kampf gegen die Reaktion sein wird.

Jeder und Jede einzelne der hier Anwesenden, unserer GenossInnen hierzulande und International ist Teil dieses Mosaiks das die neue Gesellschaft am Horizont ankündigt!

Es reicht nicht nur gegen Nazis und andere Faschisten zu sein, es müssen konkrete Perspektiven gesetzt werden, denn gelebter Antifaschismus ist Antikapitalismus zugleich, es ist die Aufwerfung der sozialen Frage in allen Lebensbereichen, es ist der Kampf um eine sozialistische Gesellschaftsordnung, der vorangetrieben werden muss !

Werte GenossInnen, AntifaschistInnen, MitstreiterInnen dafür lasst uns kämpfen!!!

Es ist unsere gemeinsame Pflicht, die historische Pflicht unserer Klasse, der Arbeiterklasse, aller AntifaschistInnen den Kampf voranzutreiben, die Scheuklappen der Menschen abzunehmen und unsere Klasse, die Arbeiterklasse, wieder in die Offensive zu bringen.

Es ist unsere Tradition die wir, wenn es nach ihnen geht, vergessen sollen, doch es ist eben der Kampf unserer MitstreiterInnen vergangener Tage, der in uns Allen, jedem und jeder einzelnen weiterlebt!

Ein Hoch auf die rote Armee, ein Hoch auf die PartisanInnen, ein Hoch auf die Befreiung vom Nazi-Faschismus!

Wir sind alles AntifaschistInnen, es lebe der internationale Widerstand gegen Imperialismus und Faschismus!

Es lebe der proletarische Internationalismus!

Hoch die internationale Solidariät!

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