Unser Redebeitrag auf der internationalistischen 1. Mai Demo

Liebe Genossinnen und Genossen!

Am 1. Mai feiern wir den internationalen Kampftag der ArbeiterInnenklasse. Er ist Symbol für den Widerstand gegen Unterdrückung, Ungerechtigkeit und Ausbeuterei, oder kurz: den Kapitalismus. Wir versammeln uns jedes Jahr am 1. Mai, um uns selbst und andere daran zu erinnern, dass bessere Arbeitsbedingungen immer schon erkämpft werden mussten und uns nicht von den Herrschenden geschenkt wurden.
Am heurigen 1. Mai, erinnern wir uns auch an die vor 100 Jahren erfolgreichen sozialen Kämpfe der Oktoberrevolution in Russland. Es war das erste Mal, dass sich die Arbeiterinnen und Arbeiter erfolgreich nachhaltig gegen dieses System zur Wehr setzten. Es war das erste Mal, dass diesem System eine Alternive geboten wurde. Es war das erste Mal, dass man im Namen der Gerechtigkeit Politik machte und nicht Reichtum und Profit auf Kosten der Menschen im Mittelpunkt standen. Aus diesen Kämpfen schöpfen wir heute am 1. Mai Kraft und Ausdauer, auch unseren Widerstand weiter zu führen und uns nicht von der heutigen, asozialen Politik einschüchtern zu lassen.

In den letzten Monaten zeigte uns das österreichische Kapital ein Mal mehr sein hässlichstes Gesicht. Die SPÖ/ÖVP-Regierung und die bürgerlichen Oppositionsparteien von Grün bis Blau, bereiten einen Angriff nach dem anderen auf unsere Rechte vor. In Österreich werden die Schlangen vorm AMS bei einer halben Million Arbeitslosen immer länger und die Zukunft, insbesondere für uns Junge, immer düsterer.
Menschen über fünfzig werden willkürlich gekündigt, junge Leute zu beschissenen Verträgen neu angestellt. Wollen wir unser Recht auf einen Betriebsrat umsetzen, besteht die Gefahr, den Job zu verlieren, wie es Müller oder Servus TV mit seinem Mateschitz, der sich mit 8 Milliarden Euro am Konto einbildet, seinen Arbeiterinnen und Arbeitern die Rechte nehmen zu können, gezeigt haben.
Gleichzeitig werden Sozialausgaben wie die Mindestsicherung gekürzt und uns wird eingeredet, dass nicht der Chef daran schuld ist, wenn es im Betrieb wieder Personalkürzungen gibt, sondern die Flüchtlinge, die uns Österreichern die Arbeitsplätze wegnehmen würden.

Und was macht die Politik dagegen?

Einerseits gibts da unseren lieben Innenminister Woiferl se Doiferl Sobotka, der uns das hart erkämpfte Versammlungsrecht mehr und mehr beschneidet, der den Ausbau des Überwachungsstaats vorantreibt, weil ihm irgendwer vor die Tür gschissn hat, und der von der Schikaniererei von Flüchtlingen gar nicht genug kriegen kann.
Neben ihm der pizzatragende Mittelschichtsrevolutionär Heinz-Christian Kern, der in seinem Plan A vor einigen Monaten gezeigt hat, wofür die Sozialdemokratie heute steht:
Die Forderung nach Senkung der Lohnnebenkosten, also jenes Geld, mit dem beispielsweise das Arbeitslosengeld oder Pensionen finanziert werden;
Die Forderung, den Kündigungsschutz aufzuweichen um „Arbeitsplätze zu fördern“;
Die blanke Verarsche von Lehrlingen im sogenannten „Lehrlingspaket“.

Und, als wäre das alles nicht genug, steht die Wiedereinführung des 12-Stunden-Tags vor der Tür. Hand in Hand mit der Sozialpartnerschaft freut man sich darauf, der österreichischen Bevölkerung die so schön-genannte „Arbeitszeitflexibilisierung“ vorzusetzen, die in Wirklichkeit nichts anderes heißt, als mehr hackln für weniger Geld und die allgemeine Verschlechterung der Lebenssituation eines jeden Einzelnen. Und das alles hier in Österreich, wo jährlich Millionen an unbezahlten Überstunden geleistet werden.

Das sind die Vorschläge, das ist die Politik, mit der die Regierung die Ungerechtigkeiten in Österreich bekämpfen will?! Das ist nichts anderes als Verarsche!

Wir, die Kommunistische Jugend Österreichs, fordern dagegen die 35-Stunden-Woche als ersten Schritt zur 30-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich! Das ist der einzige Schritt, der die zunehmende Arbeitslosigkeit tatsächlich bekämpfen kann!

Heute, am 1. Mai, demonstrieren wir gemeinsam gegen diese Politik, ohne uns Illusionen darüber zu machen, dass sie in diesem System etwas Außergewöhnliches wäre. Der Angriff auf unsere Arbeitsbedingungen, der Angriff auf unsere Lebenssituationen ist nichts anderes als ein Teil dieses Dreckssystems, in dem die Reichen immer reicher werden und wir uns für ihren Luxus in der Lohnarbeit hergeben müssen. Diesen Angriffen werden wir aber nichts entgegensetzen können, wenn wir einzeln bleiben. Wir werden ihm aber auch nichts entgegensetzen können, wenn wir uns nur treffen, um gegen irgendwelche Scheiß-Nazis zu demonstrieren oder jedes Jahr nur am 1. Mai gemeinsam den Ring entlang marschieren. Diesen Angriffen können wir nur die Stirn bieten, indem wir uns zusammenschließen und gemeinsam für ein gerechtes Leben, für Freiheit kämpfen!

Hoch die internationale Solidarität!
Hoch der 1. Mai!
Freiheit!

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